Kangenwasser: Was bedeuten basisch, antioxidativ und ORP wirklich?
Wasser ist ein selbstverständlicher Teil unseres Alltags. Wir drehen den Wasserhahn auf, füllen ein Glas und trinken. Doch Wasser lässt sich nicht nur anhand seines Geschmacks oder seiner Reinheit betrachten. Auch pH-Wert, Redoxpotenzial (ORP) und gelöster molekularer Wasserstoff (H₂) sind interessante Eigenschaften. Genau hier setzt Kangenwasser an.
Kangenwasser wird mithilfe eines Wasserionisierers hergestellt. Bei The Living Water beschäftigen wir uns insbesondere mit den Geräten von Enagic, bei denen das Leitungswasser zunächst gefiltert und anschließend durch Elektrolyse aufbereitet wird. Dabei entstehen unterschiedliche Wasserarten für verschiedene Anwendungen. (The Living Water)

Aber was bedeutet es eigentlich, wenn Kangenwasser als basisch oder antioxidativ bezeichnet wird? Und was hat der häufig erwähnte ORP-Wert damit zu tun?
Was bedeutet „basisches Wasser“?
Der pH-Wert beschreibt vereinfacht gesagt, wie sauer oder basisch eine wässrige Lösung ist.
Ein pH-Wert von 7 gilt als neutral. Werte unter 7 sind sauer, Werte über 7 basisch beziehungsweise alkalisch.
Bei der Elektrolyse in einem Kangenwasser-Ionisierer entstehen ein alkalischer und ein saurer Wasserstrom. Für Trinkwasser werden bei den Geräten unterschiedliche Stufen angeboten; pH 8,5 bis 9,5. (The Living Water) Damit unterscheidet sich Kangenwasser von gewöhnlichem Leitungswasser nicht nur durch die vorausgehende Filtration, sondern auch durch seine elektrochemischen Eigenschaften.
Macht basisches Wasser automatisch den Körper „basisch“?
Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig. Der menschliche Organismus reguliert beispielsweise den pH-Wert des Blutes sehr streng. Die Vorstellung, dass man durch basisches Wasser einfach den gesamten Körper „alkalisch machen“ könne, ist daher zu stark vereinfacht.
Wenn wir bei The Living Water von basischem Kangenwasser sprechen, beziehen wir uns zunächst auf eine messbare Eigenschaft des Wassers selbst: seinen pH-Wert.
Das ist eine wesentlich präzisere Aussage als das Versprechen, basisches Wasser könne pauschal eine „Übersäuerung des Körpers“ beseitigen.
Was bedeutet antioxidativ?
Um diesen Begriff zu verstehen, müssen wir uns kurz mit Oxidation und Reduktion beschäftigen.
Oxidation ist ein völlig natürlicher chemischer Vorgang. Das klassische Beispiel ist Eisen, das rostet. Auch in unserem Körper laufen permanent Oxidations- und Reduktionsreaktionen ab. Dabei spielen auch sogenannte reaktive Sauerstoffspezies und freie Radikale eine Rolle. Antioxidantien können an Redoxreaktionen beteiligt sein und oxidativen Prozessen entgegenwirken.
Und genau an diesem Punkt wird bei Kangenwasser der ORP-Wert interessant.
ORP – was bedeutet dieser Wert?
ORP steht für:
Oxidation Reduction Potentialauf Deutsch: Oxidations-Reduktions-Potenzial oder Redoxpotenzial. Der ORP-Wert wird üblicherweise in Millivolt (mV) angegeben. Sehr vereinfacht kann man sich die Messung so vorstellen:
Positiver ORP → stärker oxidierendes Milieu
Negativer ORP → stärker reduzierendes Milieu
Ein ORP-Messgerät misst dabei eine elektrische Potenzialdifferenz gegenüber einer Referenzelektrode. Das ist wichtig: ORP ist zunächst ein physikalisch-chemischer Messwert des Wassers – keine direkte Messung einer gesundheitlichen Wirkung im menschlichen Körper.
Warum hat Kangenwasser einen negativen ORP?
Hier kommt die Elektrolyse ins Spiel. Während der elektrochemischen Aufbereitung verändert sich nicht nur der pH-Wert des Wassers. Auf der Kathodenseite entsteht außerdem molekularer Wasserstoff (H₂). Dieser gelöste Wasserstoff trägt wesentlich zu den reduzierenden Eigenschaften elektrolysierten Wassers und damit zu seinem negativen Redoxpotenzial bei.
Kangenwasser kann durch die Elektrolyse ein negatives Redoxpotenzial aufweisen. Der tatsächliche ORP-Wert hängt unter anderem vom Ausgangswasser und von der gewählten Einstellung ab.
Ein einfaches Beispiel: Apfel und Oxidation
Schneide einen Apfel auf und lasse ihn liegen.Nach einiger Zeit wird die Oberfläche braun. Dahinter stehen Oxidationsprozesse.
Man kann sich den Unterschied zwischen oxidierenden und reduzierenden Bedingungen deshalb bildlich als zwei unterschiedliche chemische Umgebungen vorstellen. Genau solche Unterschiede kann der ORP-Wert beschreiben. Wichtig ist aber auch hier: Ein negativer ORP-Wert im Glas bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Oxidationsprozesse im menschlichen Körper verhindert werden.
Molekularer Wasserstoff H₂ – der interessante Teil
Aus unserer Sicht ist deshalb nicht nur der pH-Wert interessant.
Bei der Elektrolyse entsteht molekularer Wasserstoff (H₂), der im Wasser gelöst vorliegen kann. The Living Water beschreibt molekularen Wasserstoff deshalb als eines der charakteristischen Merkmale von Kangenwasser. (The Living Water)
Das erklärt auch einen wichtigen Zusammenhang:
Elektrolyse → Bildung von H₂ → veränderte Redoxeigenschaften → negativer ORP
pH und ORP beschreiben also nicht dasselbe. Ein Wasser kann einen hohen pH-Wert besitzen, ohne deshalb automatisch dieselben Redoxeigenschaften oder denselben Gehalt an gelöstem Wasserstoff zu haben.
ORP und pH: zwei Werte, zwei Aussagen
Man kann sich die beiden Werte vereinfacht so merken:
Messwert | Was wird beschrieben? |
pH-Wert | Wie sauer oder basisch ist das Wasser? |
ORP-Wert | Wie oxidierend oder reduzierend ist das Milieu? |
H₂ | Wie viel molekularer Wasserstoff ist im Wasser gelöst? |
Deshalb reicht es nicht, ein Wasser ausschließlich anhand seines pH-Wertes zu beurteilen.
Bei elektrolysiertem Kangenwasser ist gerade das Zusammenspiel von Filtration, Elektrolyse, pH-Wert und molekularem Wasserstoff interessant.
Warum verändert sich der ORP-Wert?
Der ORP ist keine unveränderliche Produkteigenschaft. Die Werte können unter anderem durch die Zusammensetzung des Ausgangswassers, Mineralien, Temperatur, pH-Wert, Geräteeinstellung und gelöste Stoffe beeinflusst werden. Auch nach der Herstellung kann sich das Wasser verändern.
Deshalb ist eine konkrete Messung aussagekräftiger als ein pauschaler ORP-Wert auf einem Werbeprospekt. Das entspricht auch den Informationen auf The Living Water: Dort wird bereits darauf hingewiesen, dass der tatsächliche ORP-Wert von der ursprünglichen Wasserversorgung abhängt. (The Living Water)
Was macht Kangenwasser also besonders?
Kangenwasser lässt sich besser nicht mit einem einzelnen Schlagwort erklären.
Es ist das Ergebnis mehrerer Schritte:
Leitungswasser
↓Filtration
↓Elektrolyse
↓alkalisches Trinkwasser
↓gelöster molekularer Wasserstoff (H₂)
↓verändertes Redoxpotenzial / negativer ORP
Genau diese Kombination unterscheidet elektrolysiertes Wasser von Wasser, dessen pH-Wert beispielsweise lediglich durch zugesetzte Mineralien erhöht wurde.
Fazit: Nicht nur auf „basisch“ schauen
Wenn über Kangenwasser gesprochen wird, steht häufig der basische pH-Wert im Vordergrund. Das greift jedoch zu kurz. Mindestens genauso interessant sind die Vorgänge während der Elektrolyse, der dabei entstehende molekulare Wasserstoff H₂ und das daraus resultierende Redoxpotenzial.
Der ORP-Wert hilft uns zu verstehen, ob im Wasser eher oxidierende oder reduzierende Bedingungen vorliegen. Ein negativer ORP ist eine charakteristische Eigenschaft von frisch erzeugtem elektrolysiertem Kangenwasser – er sollte jedoch als Messwert des Wassers und nicht als medizinisches Wirkversprechen verstanden werden. Genau deshalb möchten wir bei The Living Water nicht nur sagen, dass Kangenwasser anders ist. Wir möchten verständlich machen, was im Wasser tatsächlich passiert. Gesundes Wasser, gesund leben.




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